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Branded Queries: Was der neue GSC-Filter zeigt – und was er nicht zeigt
SEO/ GEO/ GAIO/ KI & ML
Ralf ZmölnigMärz 2026

Branded Queries: Was der neue GSC-Filter zeigt – und was er nicht zeigt

Der neue „Branded Queries Filter" im Performance-Report der Search Console segmentiert Suchanfragen automatisch in zwei Kategorien:

Google hat im November 2025 einen Filter in die Search Console eingebaut, der Branded und Non-Branded Queries automatisch trennt. Nach einem schrittweisen Rollout ist der Filter jetzt seit März 2026 für alle berechtigten Properties verfügbar. Das klingt nach einem kleinen Feature-Update. Aber es steckt mehr dahinter: ein Werkzeug, das Transparenz im SEO-Reporting erzwingt – und gleichzeitig eine Frage aufwirft, die über die klassische Suche hinausgeht.

Was der Filter tut

Google Search Console Leistungsübersicht mit Diagramm für Klicks und Impressionen, Filterdialog „Suchanfrage“ geöffnet mit Auswahl „Suchanfragen ohne Markenbezug“ (gsc filter non branded)
Google Search Console: Performance-Diagramm mit Filter‑Dialog für markenlose Suchanfragen.

Der neue „Branded Queries Filter“ im Performance-Report der Search Console segmentiert Suchanfragen automatisch in zwei Kategorien:

Branded Queries: Suchanfragen, die den Markennamen enthalten – inklusive Varianten, Tippfehler und markenspezifischer Produkte. Für Google wäre das „Google“, „Gogle“, „Gmail“, „Google Maps“.

Non-Branded Queries: Alles andere. Suchanfragen, bei denen Nutzer ein Problem oder Thema suchen, ohne eine bestimmte Marke im Kopf zu haben.

Die Klassifikation erfolgt KI-gestützt, nicht über manuelle Regex-Filter. Google erkennt automatisch, welche Begriffe zur Marke gehören – auch solche, die nicht den Markennamen selbst enthalten, aber eindeutig mit dem Unternehmen assoziiert sind.

Und neben anderen Einschränkungen sind diese KI-basierten Filter auch mit Hintergrund zu deuten, insbesondere wenn es um generische oder gar Keyword-Domains geht, die man darüber „untersucht“.

Der Filter lässt sich auf alle Suchtypen anwenden: Web, Bilder, Videos, News. Die Metriken – Impressionen, Klicks, CTR, durchschnittliche Position – werden entsprechend segmentiert. Zusätzlich gibt es eine neue Karte im Insights-Report, die das Verhältnis von Branded zu Non-Branded Traffic visualisiert.

Warum die Trennung wichtig ist

Branded und Non-Branded Traffic erzählen unterschiedliche Geschichten.

Branded Traffic entsteht, wenn jemand bereits weiß, wonach er sucht. Der Nutzer kennt die Marke – durch Werbung, PR, Empfehlungen, frühere Erfahrungen etc.. Er tippt den Namen ein und klickt. Die CTR ist hoch, die Position meist stark. Aber: Das ist kein SEO-Verdienst im engeren Sinne. Es ist das Ergebnis von Markenarbeit, die auch woanders stattgefunden hat.

Non-Branded Traffic zeigt etwas anderes: Hier sucht jemand nach einem Problem, einer Frage, einem Bedürfnis – ohne eine Marke im Kopf zu haben. „bequeme Lauschuhe“ statt „adidas joggingschuh“. „SEO Agentur München“ statt „ROCKITdigital“. Wenn eine Website bei Non-Branded-Search sichtbar ist, dann weil sie thematisch relevant ist, gut strukturiert, verlinkt, indexiert, Anforderungen E-E-A-T erfüllt etc.. Das ist SEO-Arbeit (wie wir sie seit Jahrzehnten leben und lieben).

Die Trennung macht sichtbar, woher die Klicks wirklich kommen. Und das hat Konsequenzen für die Bewertung von SEO-Maßnahmen.

Die unbequeme Wahrheit

Nicht jede Agentur hat diese Trennung bisher (ausreichend) transparent gemacht.

Eli Schwartz, ein in der Branche bekannter SEO-Kollege, hat es auf LinkedIn direkt formuliert: „SEO teams will now be able to segment out where they helped with non-brand impact, but it also means that leadership will be able to filter out a lot of the brand noise some SEO teams hide behind.“

Der Satz trifft einen wunden Punkt. Wenn ein Unternehmen eine starke Marke hat, generiert es automatisch Branded Traffic – unabhängig davon, was die SEO-Agentur tut. Eine TV-Kampagne läuft, die Markenbekanntheit steigt, die Branded Queries gehen hoch. Das in einem SEO-Report als Erfolg zu verkaufen, ist bestenfalls irreführend.

Der neue Filter macht das schwieriger. Nicht unmöglich – man kann immer noch Gesamtzahlen präsentieren – aber die Möglichkeit zur Segmentierung ist jetzt für jeden sichtbar. Wer ehrlich reportet, hat damit kein Problem. Wer es nicht tut, muss erklären, warum er den Filter nicht nutzt.

Was wir schon immer getan haben

Bei ROCKITdigital trennen wir Branded und Non-Branded Traffic seit mehr oder weniger Anbeginn, da wir ja auch Marketingstrategen und nicht „pure“ SEOs sind. Und wir arbeiten schon seit es die Möglichkeit gibt nicht zu letzt mit Regex-Filtern, manueller Segmentierung, separaten Dashboards. Nicht weil wir besonders misstrauisch oder selbstkritisch sind, sondern weil es die einzige Möglichkeit ist, die tatsächliche Wirkung von dedizierten SEO-Maßnahmen zu messen.

Wenn wir für einen Kunden arbeiten, wollen wir wissen: Gewinnt die Website Sichtbarkeit bei Themen, die vorher nicht abgedeckt waren? Steigen die Klicks bei generischen Suchanfragen? Oder wächst nur der Brand-Traffic, weil parallel eine Awareness-Kampagne läuft?

Der neue GSC-Filter macht das einfacher – nicht für uns (wir hatten die Daten schon), sondern für unsere Kunden. Sie können jetzt selbst nachvollziehen, was wir ihnen zeigen. Und von weniger professionellen Dienstleistern gesegnete Unternehmen, haben es jetzt auch leichter Rauschen von Signal zu trennen.

Die Einschränkungen

Der Filter ist nützlich, aber nicht perfekt:

Nur Top-Level-Properties: Der Filter funktioniert nur für Domain-Properties, nicht für URL-Präfix-Properties oder Subdomain-Properties wie blog.example.com.

Mindest-Traffic erforderlich: Websites mit sehr geringem Suchvolumen sehen den Filter wahrscheinlich nicht. Google benötigt ausreichend Daten, um die KI-Klassifikation anzuwenden. Und dedizierte Analysen machen bei sehr wenig Traffic bzw. Reichweite auch oft gar keinen Sinn.

Keine manuelle Anpassung: Die Klassifikation ist automatisch. Wenn ein Markenname auch ein generisches Wort ist („Orbit“, „Apple“, „Orange“), kann es zu Fehlzuordnungen kommen. Man kann das beobachten, aber nicht (über diesen Filter) korrigieren. Wer feststellt, dass bestimmte Branded Queries nicht erkannt werden, kann das aber über die Feedback-Funktion in der Search Console melden.

Keine rückwirkenden Daten: Die Branded/Non-Branded-Klassifikation wurde erst ab ca. 21. Februar 2026 angewendet. Historische Daten vor diesem Zeitpunkt lassen sich nicht segmentieren. John Mueller bestätigte auf LinkedIn: „Yes, there’s a point when the data starts being tracked, and you’ll see that in the report if you look far enough back.“

Keine API-Unterstützung: Der Branded Queries Filter ist derzeit nur über die Search Console-Oberfläche nutzbar – nicht über die Search Analytics API. Wer automatisierte Dashboards oder Looker Studio Reports baut, muss weiterhin auf Regex-Filter zurückgreifen. Für größere Datenmengen bleibt der BigQuery-Export die bessere Alternative.

Trotz dieser Einschränkungen ist der Filter ein Fortschritt. Die Alternative – komplexe Regex-Muster, die bei Tippfehlern und Produktnamen versagen – war deutlich fehleranfälliger.

Und was ist mit KI-Systemen?

Der GSC-Filter misst Brand Awareness in der Google-Suche. Aber die Suche verändert sich. ChatGPT, Perplexity, Claude, Gemini – immer mehr Nutzer stellen ihre Fragen direkt an KI-Systeme, ohne den Umweg über eine Suchmaschine.

Dort gibt es keine Search Console. Keine Klicks, keine Impressionen, keine CTR. Die Frage wird: Wie misst man Brand-Präsenz in einem System, das keine Klicks zählt?

Die Antwort: durch Citations und Mentions. Wenn ein LLM auf eine Frage antwortet und dabei eine Marke nennt, eine Website zitiert oder einen Experten referenziert, ist das das Äquivalent zu einem Branded Signal. Es zeigt: Diese Entität ist dem Modell bekannt, sie hat (eine gewisse) Autorität im Themenfeld.

Der Unterschied: In Google kann man Branded Queries jetzt automatisch segmentieren. In LLMs muss man manuell testen – Fragen stellen, Antworten analysieren, Muster erkennen. Tools dafür entstehen gerade erst, bestehende sind durchaus mit viel Sachverstand und auch Vorsicht zu genießen. Auch unser hauseigener MetalYzer ist Meta, nicht ohne weitere Orchestrierung und Parametrisierung Deep-Data.

Die Verbindung: Brand in Google, Brand in LLMs

Unsere Beobachtung: Wer in der Google-Suche einen hohen Anteil an Branded Traffic hat, ist oft auch in LLM-Antworten präsent. Das ist keine Kausalität – Google und ChatGPT haben unterschiedliche Datenquellen und Algorithmen. Aber es gibt eine Korrelation: Starke Marken werden häufiger erwähnt, verlinkt, zitiert. Diese Signale fließen in beide Systeme ein.

Der GSC-Filter liefert damit eine Baseline: Wie stark ist die Marke in der klassischen Suche? Das ist ein Indikator – kein Beweis, aber ein Anhaltspunkt – für die Präsenz in generativen Systemen.

Für die strategische Planung bedeutet das:

Wenn Branded Traffic stark ist: Die Marke hat Bekanntheit. In LLMs sollte sie ebenfalls präsent sein – das lässt sich durch gezielte Abfragen überprüfen. Der Fokus kann auf Non-Branded Traffic liegen, um neue Zielgruppen zu erschließen. Betonung liegt hier auf dem Konjunktiv!

Wenn Branded Traffic schwach ist: Die Marke ist wenig bekannt. SEO-Maßnahmen allein werden das nicht ändern. Hier braucht es Markenarbeit – PR, Content, Präsenz auf relevanten Plattformen. Das gilt für Google und für LLMs gleichermaßen.

Wenn Non-Branded Traffic wächst: SEO und GEO wirkt. Die Website gewinnt Sichtbarkeit bei Themen, die vorher nicht abgedeckt waren. Das ist oft der Vorlauf für künftige Branded Queries – wer heute bei „SEO Agentur München“ gefunden wird, für den wird es immer wahrscheinlicher morgen direkt gesucht zu werden.

Der blinde Fleck: SEO baut Marken auf

Die Trennung in Branded und Non-Branded ist nützlich für die Analyse. Aber sie suggeriert eine Kausalität, die so nicht stimmt: Brand-Traffic = Marketing, Non-Brand-Traffic = SEO.

In Wirklichkeit zahlt SEO massiv auf die Marke ein – nur eben nicht messbar im selben Reporting-Zyklus.

Wer heute bei „Parken Flughafen Frankfurt günstig“ gefunden wird, erscheint als Non-Branded Traffic. Aber der Nutzer merkt sich den Anbieter. Beim nächsten Mal sucht er vielleicht direkt – und taucht als Branded Query auf. Die SEO-Arbeit von heute erzeugt den Brand-Traffic von morgen.

Das lässt sich nicht sauber attribuieren. Es gibt keine Spalte in der Search Console, die zeigt: „Dieser Branded Klick geht auf einen Non-Branded Erstkontakt vor sechs Monaten zurück.“ Die Customer Journey ist länger und verworrener, als jedes Analytics-Tool abbilden kann. Natürlich bieten GA4 und andere Tools hier Ansätze. Eine (nahezu) vollständige Attribuierung ist nur im Enterprise Umfeld und entsprechedner BI bzw. Data-Warehouses realistisch machbar.

Trotzdem ist der Effekt real. Markenbekanntheit entsteht durch Sichtbarkeit. Und Sichtbarkeit in der organischen Suche ist einer der effizientesten Wege, diese Bekanntheit aufzubauen – ohne Mediabudget, mit langfristiger Wirkung.

Was bedeutet das für die Bewertung von SEO-Arbeit?

Branded Traffic ist kein reiner Marketing-Verdienst. Wer behauptet, SEO habe mit Branded Queries nichts zu tun, ignoriert die Vorgeschichte. Die Frage ist nicht, ob SEO auf Brand einzahlt – sondern wie lange der Zeithorizont ist und wie man den Effekt plausibel macht.

Non-Branded Traffic ist nicht der einzige SEO-KPI. Er ist der direkteste, der am leichtesten messbare. Aber wer nur Non-Branded optimiert und den Brand-Aufbau vernachlässigt, verschenkt langfristiges Potenzial.

Die Korrelation beobachten. Wenn Non-Branded Traffic über Monate wächst und der Branded Traffic mit Verzögerung nachzieht, ist das ein Indiz für den Zusammenhang. Kein Beweis – aber ein Muster, das sich über viele Projekte hinweg wiederholt.

Der neue GSC-Filter macht die Trennung einfacher. Aber er macht sie nicht zur ganzen Wahrheit. Die Kunst liegt darin, beide Perspektiven zu halten: die analytische Trennung für das Reporting – und das Bewusstsein, dass die Realität komplexer ist.

Was das für GEO bedeutet

Bei ROCKITdigital arbeiten wir mit zwei Frameworks, die hier zusammenkommen: Query Fan-Out und Semantic Clarity.

Query Fan-Out beschreibt, wie ein LLM eine Anfrage in Teilfragen zerlegt und verschiedene Quellen konsultiert. Eine Marke, die bei vielen dieser Teilfragen als Autorität erkannt wird, hat höhere Chancen, in der finalen Antwort zu erscheinen.

Semantic Clarity beschreibt, wie eindeutig eine Website ihre Themen, Entitäten und Beziehungen kommuniziert. Je klarer die semantische Struktur, desto besser kann ein LLM die Inhalte einordnen und zitieren.

Der GSC-Filter für Branded Queries ist ein Puzzleteil in diesem Bild. Er zeigt, wie stark die Marke in der klassischen Suche verankert ist. Diese Verankerung ist ein Signal – für Google und für die Trainingsdaten, auf denen LLMs basieren.

Wer heute seinen Branded-Anteil kennt, kann morgen besser einschätzen, wie sichtbar die Marke in KI-Antworten sein wird. Und das am besten im Benchmark zum relevanten Wettbewerb, allerdings mit erweitertem Toolset zur nötigen Baselinebildung.

Fazit: Transparenz als Standard

Der neue Branded Queries Filter ist kein revolutionäres Feature. Er macht etwas zugänglich, das professionelle SEOs schon immer getan haben: die (an geeigneter Stelle) Trennung von Brand- und Non-Brand-Traffic, und auch die Zusammenführung von selbigem in der Gesamtbetrachtung.

Dementsprechend liegt der Wert des Branded Queries Filter darin, Transparenz als Standard zu etablieren – nicht als optionale Best Practice für gewissenhafte SEO-Agenturen, sondern als eingebaute Funktion, die jeder nutzen kann.

Für uns ändert sich nichts an der Arbeitsweise. Für die Branche könnte sich so manches am bisherigen Reporting ändern.

Und für die größere Frage – wie misst man Brand-Präsenz in einer Welt, in der immer mehr Suchen über KI-Systeme laufen – ist der Filter ein erster Schritt. Er liefert eine Baseline für Google. Die Methoden für ChatGPT, Perplexity und Claude entwickeln sich gerade erst, natürlich helfen wir Ihnen hier bei Bedarf.


Sie wollen wissen, wie Ihre Marke in der Google-Suche und in KI-Systemen positioniert ist? Wir analysieren Ihren Status quo – Branded vs. Non-Branded, Google vs. LLMs – und zeigen, wo die Hebel liegen. Kontaktieren Sie uns unter +49 (0)89 12 22 30 6-12 oder über unser Kontaktformular.


Quellen

Ergänzung 12.03.

ROCKITdigital - Ralf Zmölnig
Ralf Zmölnig
CEO ROCKITdigital GmbH

CEO & Vollblut-Digitalmarketingstratege, strategisch und Performanceorientiert bei ROCKITdigital GmbH

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