Funktionsweise von AI Max für Suchkampagnen: Wie Google Ads Ihre Anzeigen in Echtzeit optimiert
Für wen lohnt sich AI Max, für wen weniger?
Am meisten profitieren große Online-Shops mit breiter Zielgruppe, vielen Produkten und ausreichendem Budget sowie Konten, die ihr Suchvolumen ausgereizt haben und skalieren wollen.
Jemand sucht nach „Serum für trockene, empfindliche Haut“ und bekommt eine generische Anzeige, die nur so halb passt. Genau an dieser Stelle setzt AI Max an. AI Max ist eine umfassende Suite aus Targeting- und Creative-Funktionen, die Ihre Anzeigen in Echtzeit mithilfe der KI für Google Ads optimiert. Die Anzeigenbotschaft wird so angepasst, dass Sie Nutzer besser erreichen und einen höheren Wert für Ihr Unternehmen erzielen. Wir geben in diesem Beitrag den Ton an, wie das im Detail funktioniert: nüchtern, entlang der offiziellen Google-Dokumentation, damit Sie AI Max nicht blind aktivieren, sondern verstehen, an welchen Schrauben die KI dreht. Und uns anrufen, wenn Sie Hilfe brauchen 😉
Inhaltsverzeichnis
AI Max ist kein neuer Kampagnentyp, sondern eine Optimierungsebene
Der wichtigste Punkt zuerst, weil er das größte Missverständnis auflöst: AI Max ist kein neuer Kampagnentyp. Es ist eine kontinuierliche Optimierungsebene, die Sie in Ihren bestehenden Suchkampagnen aktivieren. Sie behalten also die gewohnte Struktur Ihrer Suchkampagnen und wandeln bestimmte Einstellungen (etwa für Marken und weitgehend passende Keywords) in ein einziges KI-basiertes Framework um. Durch die Verarbeitung von Echtzeitsignalen optimiert AI Max Targeting und Creative-Auslieferung automatisch. So lässt sich mit weniger manuellem Aufwand eine maximale Optimierung erreichen: Sie erfassen Traffic mit hoher Kaufabsicht und behalten gleichzeitig strenge Marken- und Geo-Einstellungen bei.
Technisch ist AI Max keine völlig neue Erfindung, sondern die Bündelung bereits bekannter Bausteine: weitgehend passende Keywords (Broad Match), dynamische Suchanzeigen und automatisch generierte Texte laufen hier in einem gemeinsamen, KI-gesteuerten Rahmen zusammen. Der Antrieb dahinter ist eine Verschiebung im Suchverhalten. Suchanfragen werden länger und kontextbezogener, Nutzer stellen im KI-Modus Folgefragen, und die Systeme verstehen die gesamte Suchintention statt eines einzelnen Keywords. Ein erklärtes Ziel von AI Max ist deshalb, dass Ihre Anzeigen auch in den neuen KI-Oberflächen (AI Overviews und KI-Modus) sichtbar bleiben. Wir bewegen uns damit über Jahre spürbar weg vom einzelnen Keyword und hin zum semantischen Abgleich (Keywordless Targeting): weg von der Frage „Welches Keyword?“ und hin zur Frage „Welche Produktlinie, welche Absicht?“. Wie sich das im Paid-Umfeld mit KI weiterdreht, ordnen wir auch am Beispiel von Ads in ChatGPT ein.
Eine Einschränkung nennt Google klar, und wir stellen sie bewusst nach vorn: AI Max ist nicht effektiv, wenn Kampagnen durch das Budget eingeschränkt sind. Ist das der Fall, erscheint beim Aktivieren ein Hinweis, dass die Kampagne oder das Portfolio budgetlimitiert ist. Übersetzt heißt das: Wer AI Max auf eine ausgehungerte Kampagne setzt, gibt der KI keinen Spielraum zum Optimieren. Wie Sie mit knappem Etat trotzdem sauber steuern, haben wir gesondert für Google Ads mit kleinem Budget beschrieben.
AI Max baut auf zwei Hauptfunktionen auf, die im Rest dieses Beitrags im Zentrum stehen: dem Suchanfragen-Abgleich (in Google Ads „Übereinstimmende Suchbegriffe“) und der Asset-Optimierung. Beide greifen ineinander: Die eine Funktion entscheidet, bei welchen Suchanfragen Sie überhaupt erscheinen, die andere, mit welcher Botschaft und auf welcher Landingpage.
Voraussetzungen: Smart Bidding, Conversion-Volumen und Budget
Bevor Sie AI Max aktivieren, sollten drei Voraussetzungen stimmen, sonst arbeitet die KI im Blindflug. Aktiviert wird die Funktion in den Kampagneneinstellungen der jeweiligen Suchkampagne über einen Regler. Läuft Ihre Kampagne noch auf manuellem CPC oder auf „Klicks maximieren“, weist Google direkt darauf hin, dass AI Max besser mit einer wertbasierten Gebotsstrategie wie Ziel-CPA oder Ziel-ROAS arbeitet. Der Grund ist einfach: Die KI braucht ein klares Conversion-Ziel, an dem sie ihre Entscheidungen ausrichten kann.
Damit hängt die zweite Voraussetzung zusammen, das Conversion-Volumen. Hier gehen die Angaben auseinander, deshalb ordnen wir sie ein. Für Smart Bidding gilt als etablierte Google-Empfehlung: mindestens 30 Conversions in den letzten 30 Tagen für Ziel-CPA, mindestens 50 für Ziel-ROAS; mehr Datenpunkte führen zu stabileren Ergebnissen. In der Praxis kursieren für AI Max niedrigere Zahlen, etwa 15 Conversions in 30 Tagen aus einem Google-Interview; das ist eher die Untergrenze, damit eine Kampagne überhaupt lernt. Belastbar ist die Richtung, nicht die exakte Zahl: Ohne genügend Conversions lernt der Algorithmus zu langsam. Wer die Schwelle nicht erreicht, erhöht besser zuerst das Conversion-Volumen (auch über sinnvoll definierte weichere Conversions) und startet AI Max danach. Wichtig dabei: Die Lerneffekte greifen nur, wenn die Kampagnen thematisch zusammenpassen; Learnings aus einem völlig anderen Produktbereich helfen einer neuen Kampagne wenig. Geteilte Budgets (Shared Budgets) können die Datenbasis für das Conversion-Lernen zusätzlich schärfen.
Die dritte Voraussetzung haben wir oben schon genannt und sie bleibt die härteste: Bei Budgetlimitierung ist AI Max nicht effektiv. Erst wenn Gebotsstrategie, Conversion-Daten und Budget zusammenpassen, spielt die Optimierungsebene ihre Stärke aus.
Übereinstimmende Suchbegriffe: Reichweite über Ihre eigenen Keywords hinaus
Wenn Sie AI Max aktivieren, wird für Ihre Kampagne automatisch die Funktion „Übereinstimmende Suchbegriffe“ mitaktiviert, um Reichweite und Optimierung zu verbessern. Deaktivieren lässt sie sich in den Einstellungen der Anzeigengruppe. Technisch kombiniert die Funktion weitgehend passende Keywords mit Targeting ohne Keywords, also mit Asset- und Landingpage-basierter Technologie. Vereinfacht: Die Google-KI lernt aus Ihren vorhandenen Keywords, Creatives und URLs und leitet daraus ab, bei welchen relevanten Suchanfragen Ihre Anzeigen ausgeliefert werden sollen. So erfassen Sie Suchanfragen und Conversions, die Ihnen mit einer reinen Keyword-Liste möglicherweise entgehen würden.
Google nennt drei Vorteile, die wir hier einordnen:
Inkrementelle Reichweite, Leistung und Optimierung. Sie ergänzen Ihre bisherigen Keywords um weitgehend passende Keywords und Targeting ohne Keywords und beziehen so relevantere, leistungsstärkere Suchanfragen ein. Der Hebel ist die zusätzliche, qualifizierte Nachfrage, die außerhalb Ihrer exakten Keyword-Liste liegt.
Mehr Kontrolle. AI Max bringt neue Einstellungen, mit denen Sie dieselbe Präzision wie zuvor mit Keywords erreichen. Ausschließlich in AI Max für Suchkampagnen erreichen Sie mit „Orten von Interesse“ bestimmte Nutzer auf Anzeigengruppenebene, basierend auf ihrem Standort und ihrer Kaufabsicht. Mit den Markeneinstellungen auf Kampagnen- und Anzeigengruppenebene legen Sie genau fest, mit welchen Marken Ihre Anzeigen in Verbindung gebracht werden sollen, und verhindern, dass sie neben bestimmten Marken erscheinen. Kontrolle ist hier kein Nebenschauplatz, sondern der eigentliche Grund, warum sich AI Max von einer reinen Blackbox unterscheidet.
Mehr Transparenz. Anzeigentitel und URLs im Bericht zu Suchbegriffen zeigen deutlicher, was Nutzer nach dem Klick getan haben. In den optimierten Asset-Berichten sehen Sie die Asset-Leistung nicht nur nach Impressionen, sondern nach KPIs wie Ausgaben und Conversions. Sie können generierte Assets entfernen oder per URL-Einstellungen steuern, wohin Nutzer geleitet werden. Neu sind der Übereinstimmungstyp „AI Max“ und die Spalte „Quelle“: Sie zeigen, warum eine Anzeige mit einer Suchanfrage übereinstimmt, ob also die Übereinstimmung auf die erweiterte Nutzung von „weitgehend passend“ oder auf Technologie ohne Keywords zurückgeht.
Asset-Optimierung: viele personalisierte Anzeigenbotschaften aus Ihrem Material
Die Asset-Optimierung ist ein Einstellungsbereich auf Kampagnenebene, mit dem Sie sehr viele personalisierte Anzeigenbotschaften erzeugen. Dazu gehören zwei Einstellungen: die Textanpassung (früher „Automatisch erstellte Assets“) und die Erweiterung der finalen URL. Beim Aktivieren von AI Max werden beide für die Kampagne eingeschaltet und lassen sich in den Kampagneneinstellungen einzeln wieder deaktivieren. Ein Hinweis für Konten mit dynamischen Unternehmensinformationen auf Kontoebene: Markenlogos werden dann automatisch aus Ihren Informationen abgerufen oder mit der KI für Google Ads generiert, um die Anzeigenleistung zu verbessern.
Textanpassung. Dabei wird Text aus Ihren Anzeigen, Landingpages und Assets zusammen mit generativer KI für Google Ads genutzt, um Anzeigentext zu erstellen, der auf die konkrete Suchanfrage abgestimmt ist. Sucht jemand nach „Face Serum für trockene, empfindliche Haut“, kann die Anzeige genau diese Formulierung aufgreifen. Das ist die Personalisierung, die Nutzer erwarten.
Erweiterung der finalen URL. Sie leitet Traffic an die relevanteste URL Ihrer Website weiter, wenn eine Leistungssteigerung wahrscheinlich ist. Wichtig: nur an URLs, die zur Suchanfrage passen und zum Thema der Anzeigengruppe gehören. Klickt der Nutzer im Beispiel auf die Anzeige, landet er direkt auf der Seite zu Serum für empfindliche Haut, nicht auf einer generischen Startseite. Zwei Bedingungen sollten Sie kennen. Erstens: Damit der Anzeigentext zur Landingpage passt, muss die Textanpassung aktiviert sein. Zweitens: Ist die Erweiterung der finalen URL aktiv, werden angepinnte RSA-Assets nicht verwendet, wenn eine relevantere URL ausgewählt wird, weil sie möglicherweise nicht zur Nutzerabsicht passen. In der Praxis heißt das: Sind Textanpassung und Erweiterung der finalen URL beide aktiv, lassen sich Überschriften nicht mehr verlässlich anpinnen; Google zeigt beim Versuch den Hinweis, dass angepinnte Anzeigentitel ignoriert werden. Für Branchen mit strengen Vorgaben (etwa Finanz- oder Gesundheitsbranche) oder für Pflichtformulierungen, die zwingend erscheinen müssen, ist das ein echter Stolperstein: Wer bestimmte Botschaften garantiert kommunizieren muss, sollte AI Max hier nur mit Bedacht oder gar nicht einsetzen.
Genau deshalb bringt die Textanpassung neben Reichweite auch ein Risiko: Automatisch erzeugte Texte können in stark regulierten Umfeldern versehentlich gegen Werberichtlinien verstoßen. Dieses Risiko sollten Sie bewusst gegen den Effizienzgewinn abwägen.
Alle Funktionen und Einstellungen im Überblick
AI Max bündelt mehrere Steuerungen. Die folgende Übersicht zeigt, was die Funktion tut und auf welcher Ebene Sie sie einstellen.
| Funktion | Was sie tut | Ebene |
|---|---|---|
| Übereinstimmende Suchbegriffe | Nutzt weitgehend passende Keywords sowie Asset- und Landingpage-basierte Technologie, um die Reichweite zu erhöhen. | Anzeigengruppe (aktiv, sobald AI Max für die Kampagne aktiv ist) |
| Textanpassung (früher „Automatisch erstellte Assets“) | Erzeugt aus Anzeigen, Landingpages, Assets und generativer KI personalisierten, zur Suchanfrage passenden Anzeigentext. | Kampagne |
| Erweiterung der finalen URL | Leitet Traffic an die relevanteste, thematisch passende URL, wenn eine Leistungssteigerung wahrscheinlich ist. Setzt aktive Textanpassung voraus. | Kampagne |
| Orte von Interesse | Erreicht Nutzer nach Standort und Kaufabsicht, sogar bei Übereinstimmungen ohne Keyword. | Anzeigengruppe |
| Markeneinstellungen | Markeneinschlüsse bestimmen, mit welchen Marken Anzeigen erscheinen; Markenausschlüsse verhindern die Auslieferung neben bestimmten Marken. | Einschlüsse: Kampagne und Anzeigengruppe; Ausschlüsse: Kampagne |
| URL-Einschlüsse | Fügt URLs hinzu, die die Erweiterung der finalen URL nicht erfasst hat. Bei aktiver Einstellung werden angepinnte Assets nicht verwendet, wenn eine relevantere URL vorliegt. | Anzeigengruppe |
| URL-Ausschlüsse | Verhindert, dass bestimmte URLs als Landingpages verwendet werden. | Kampagne |
| Änderungen an Berichten | Suchbegriff-, Keyword-, Landingpage- und Asset-Berichte weisen AI Max gesondert aus (u. a. Übereinstimmungstyp „AI Max“, Spalte „Quelle“, Spalte „Ausgewählt von“). | Berichte |
Die verbesserten Berichte sind mehr als Kosmetik: Der Bericht zu Suchbegriffen kombiniert Suchbegriff, Anzeigentitel und URL zu einem vollständigen Bild dessen, was nach dem Klick passiert. Der Keyword-Bericht zeigt in neuen Summenzeilen den Gesamtbeitrag von AI Max. Der Bericht zu Landingpages weist über die Spalte „Ausgewählt von“ die Leistung der von AI Max gewählten Seiten aus. Und der Asset-Bericht enthält Leistungsmesswerte zur Optimierung der AI-Max-Assets. Für eine saubere Kampagnensteuerung ist genau diese Transparenz Gold wert; wie Sie darauf eine belastbare Google-Ads-Kampagnenstruktur aufsetzen, lesen Sie im verlinkten Beitrag.
Bestehende Kampagnen auf AI Max umstellen
Wenn Sie Funktionen bereits vor der Einführung von AI Max genutzt haben, ändert sich deren Verwaltung. Drei Einstellungen werden nach dem Aktivieren vollständig auf AI Max umgestellt und dort verwaltet: die Textanpassung (früher „Automatisch erstellte Assets“), die Markeneinstellungen und die Kampagneneinstellung für weitgehend passende Keywords. Praktisch heißt das: Diese Regler wandern in die AI-Max-Suite, Sie steuern sie also nicht mehr an ihrer alten Stelle. Prüfen Sie vor der Umstellung, ob Ihre bisherigen Marken- und Keyword-Einstellungen so übernommen werden, wie Sie es erwarten.
Tracking-Parameter und dynamische Landingpages: die 404-Falle vermeiden
Hier liegt der technisch heikelste Teil, und er entscheidet oft über Erfolg oder Frust. AI Max führt mit der Erweiterung der finalen URL dynamische Landingpages ein: Von Ihnen hinterlegte URLs werden situativ durch passendere, dynamische Landingpages ersetzt. In Kombination mit vorhandenen Tracking-Vorlagen kann das zu fehlerhaften erweiterten Landingpages mit 404-Fehler führen, wenn die Konfiguration nicht kompatibel ist. Eine Tracking-Vorlage legt fest, wie Tracking-Informationen an Ihre Landingpage-URL angehängt werden, damit Sie zusätzliche Daten erhalten.
Der Schlüssel ist das LPURL-Tag. Prüfen Sie schon vor dem Aktivieren von AI Max, ob eine dynamische Landingpage aus der Erweiterung der finalen URL auf Ihrer Seite funktioniert. Damit Tracking-Parameter sauber angehängt werden, sollten Ihre LPURL-Tags diesen gängigen Mustern folgen, falls nach der Landingpage noch Parameter stehen:
{lpurl}?{lpurl}&{lpurl}#
Ohne nachfolgende Tracking-Parameter genügt {lpurl}. Wird das Tag „lpurl“ verwendet, kann AI Max die dynamische Landingpage nutzen. Zwei typische Fehlerquellen führen dagegen zu Problemen. Erstens statische Tracking-URLs: Steht in Ihrer Vorlage eine statische URL ohne {lpurl} (etwa https://www.domain.com/), landen Nutzer möglicherweise auf dieser statischen Seite statt auf einer dynamischen Landingpage. Zweitens die nicht standardmäßige Verwendung des LPURL-Tags: Ist das Tag nur Teil eines URL-Parameters (etwa foo={lpurl}value), funktionieren dynamische Landingpages womöglich nicht wie beabsichtigt und es drohen 404-Fehler. Die saubere Umsetzung von Tracking-Vorlagen und funktionierenden Landingpages ist Handwerk; als WordPress-Agentur in München stellen wir sicher, dass Ihre Seiten dynamische URLs korrekt beantworten, statt in den 404 zu laufen.
Sonderfall Reisebranche: Feeds und Artikelgruppen
Für Suchkampagnen der Reisebranche gelten zusätzliche Voraussetzungen. Sie müssen Ihr Google-Ads-Konto je nach Branche mit dem Hotel Center oder dem Actions Center verknüpfen, AI Max aktivieren und einen Datenfeed auf Kampagnenebene auswählen. Standardmäßig greift der Feed auf Kontoebene; über die Kampagneneinstellungen wählen Sie bei Bedarf manuell einen anderen. Beachten Sie die Feedlogik: Ein geänderter Standardfeed auf Kontoebene gilt für alle Reisekampagnen, die diesen Standard nutzen; Kampagnen mit explizit gewähltem oder bewusst deaktiviertem Feed bleiben davon unberührt. Wird ein explizit verknüpfter Feed auf Kontoebene gelöscht, tritt in der Kampagne ein Fehler auf und feedbasierte Formate pausieren, bis Sie einen gültigen Feed auswählen.
Auf Anzeigengruppenebene lassen sich je nach Branche Textanzeigen (inklusive Reisefeeds in Suchanzeigen), Anzeigen für Reiseangebote und Anzeigen mit Buchungslinks kombinieren. Für maximale Leistung sollten alle relevanten Formate in einer Anzeigengruppe aktiv bleiben. Über Artikelgruppen richten Sie ein präzises, feedbasiertes Targeting ein: Statt über Keywords ermittelt der Feed relevante Suchanfragen und ergänzt so den Suchanfragen-Abgleich von AI Max; per Filter segmentieren Sie den Feed auf bestimmte Teile Ihres Inventars.
Kontrolle behalten: Negativlisten, Match-Type-Verschmelzung und Asset-Learnings
AI Max nimmt Ihnen Feinsteuerung über einzelne Keywords ab, aber Kontrolle geben Sie deshalb nicht komplett aus der Hand. Das wichtigste Werkzeug dafür sind gepflegte Negativ-Keyword-Listen. Sie sind der direkteste Hebel, um die KI zu stoppen und zu lenken: Suchanfragen, die nicht zu Ihrem Angebot passen, schließen Sie gezielt aus, statt Budget in irrelevanten Traffic laufen zu lassen. In vielen Konten fehlen solche Listen oder sind lückenhaft; gerade hier liegt bei AI Max viel ungenutzte Steuerung. Ergänzend erkennen Sie über die Spalte „Quelle“ im Suchbegriff-Bericht, welche Begriffe aus AI Max stammen, und können einzelne davon nachträglich ausschließen, ohne die Funktion gleich ganz abzuschalten.
Ein Punkt, den Sie strukturell kennen sollten: Die alte Faustregel, dass eine Kampagne mit exakt passenden Keywords automatisch gegen eine breiter aufgestellte Kampagne gewinnt, gilt so nicht mehr. Match-Types verschmelzen zunehmend; bewertet die KI die Semantik einer Anfrage als besser passend zur AI-Max-Kampagne, kann diese den Zuschlag vor der Exact-Match-Kampagne bekommen. Exact Match verschwindet dabei nicht, es bleibt auf absehbare Zeit erhalten und ist für viele Konten weiter sinnvoll; die Hierarchie zwischen den Kampagnen ist aber nicht mehr in Stein gemeißelt. Wer im Konto mehrere Kampagnen parallel führt, sollte diese neue Konkurrenzsituation im Blick behalten und über eine saubere Kampagnenstruktur gegensteuern. Und NATÜRLICH gilt es im Hinterkopf zu behalten, dass Google „gerne“ Klicks geniert… 😉
Nützlich zu wissen, weil es Zeit spart: Google denkt zunehmend in Assets statt in fertigen Anzeigen und speichert die Leistung je Asset. Diese Lernwerte wandern mit, wenn Sie ein bewährtes Asset in einer neuen Anzeigengruppe oder Kampagne wiederverwenden. Statt jede neue Kampagne bei null lernen zu lassen, lohnt es sich, gut funktionierende Überschriften und Beschreibungen aus bestehenden Kampagnen zu übernehmen. Und schließlich: AI Max ist nur eines von drei dynamischen Instrumenten. Daneben stehen dynamische Suchanzeigen (DSA) und weitgehend passende Keywords (Broad Match), die in Kombination mit smarten Gebotsstrategien 2026 deutlich besser funktionieren als noch vor zwei Jahren. Es lohnt sich, alle drei regelmäßig zu testen, statt sich auf ein Werkzeug festzulegen.
Für wen sich AI Max lohnt (und für wen weniger)
AI Max ist kein Selbstläufer für jedes Konto. Die Vorteile sind real: mehr Reichweite über Suchanfragen, die Sie bisher verpasst haben; weniger Aufwand, weil Keyword-Recherche und Anzeigentexte teils wegfallen; in der Theorie hohe Relevanz, weil Anzeigentext, Landingpage und Suchanfrage automatisch aufeinander abgestimmt werden, was Klick- und Conversion-Rate heben kann; dazu die (etwas versteckten) Kontrollmöglichkeiten auf Anzeigengruppenebene und die neuen Berichte. Dem stehen klare Nachteile gegenüber: weniger Kontrolle über Keywords, Anzeigen und finale URL, ignorierte angepinnte Überschriften und die Gefahr, bei unpräzisem Setup schnell Budget für irrelevante Suchanfragen zu verbrennen.
Daraus ergibt sich ein klares Profil. Am meisten profitieren große Online-Shops mit breiter Zielgruppe, vielen Produkten und ausreichendem Budget sowie Werbetreibende, die mit klassischen Suchkampagnen bereits am Limit sind und das ausgereizte Suchvolumen weiter skalieren wollen. Auch Einsteiger, die keine Keyword-Recherche betreiben und Texte lieber automatisiert erstellen lassen, können AI Max grundsätzlich nutzen. Zurückhaltender sollten kleine Konten mit knappem Budget sein, weil das Risiko der Budgetverschwendung viel zu hoch ist. Und für lokale Dienstleister und viele B2B-Unternehmen mit eher kleiner, sehr präziser Zielgruppe profitieren erfahrungsgemäß weniger, weil die Stärke von AI Max (breite, semantische Reichweite) hier kaum greift und Präzision wichtiger ist als Volumen. Also genau hinzusehen, statt AI Max pauschal zu aktivieren, oder uns fragen, wir helfen gerne.
So testen Sie AI Max sauber
Wenn Sie AI Max ausprobieren, gehen Sie strukturiert vor, statt es flächig anzuschalten. Ein bewährtes Vorgehen: Duplizieren Sie eine bestehende Suchkampagne, aktivieren Sie AI Max nur in der Kopie und schließen Sie dort Ihre bereits gut performenden Keywords aus. So nutzen Sie AI Max für das, wofür es gedacht ist, nämlich neue, konvertierende Suchanfragen zu finden, statt bestehende Erfolge nur umzuschichten. Konvertierende Begriffe, die dabei auftauchen, übernehmen Sie anschließend in Ihre ursprüngliche Kampagne. Starten Sie mit einem kleinen Testbudget und einer sauber strukturierten Website, deren Landingpages inhaltlich gut aufbereitet sind.
Zur Lernphase kursiert oft nur der Rat „Geduld haben“. Konkreter ist es, die Dauer am Budget festzumachen: Mit höherem Testbudget sammelt der Algorithmus schneller Erkenntnisse, mit sehr kleinem Tagesbudget dauert es entsprechend länger. Als grobe Orientierung braucht ein Thema mindestens rund 1.000 bis 2.000 Klicks, um eine Tendenz zu erkennen, teils bis zu 10.000 Klicks; je nach Klickpreis entspricht das einem Testbudget in der Größenordnung von einigen tausend Euro. Wer dieses Budget nicht auf einmal hat, streckt den Test über einen längeren Zeitraum. Ein bis drei Monate sind ein realistischer Bewertungshorizont, immer im Verhältnis zum eingesetzten Budget. Ein beruhigender Unterschied zu früherem Broad Match: Ein kompletter Fehlschlag ist mit AI Max nach bisheriger Erfahrung deutlich unwahrscheinlicher, was aber die Kontrolle über Negativlisten nicht ersetzt.
Für große Konten gilt eine eiserne Regel: niemals das ganze Konto auf einmal umstellen. Beginnen Sie mit Kampagnen, die für das Konto weniger kritisch sind, und rollen Sie AI Max schrittweise aus. Und achten Sie auf das Timing: Ruhigere Phasen ohne harten Verkaufsdruck eignen sich besser zum Testen als Hochsaison-Zeitpunkte wie das Weihnachtsgeschäft oder Aktionstage.
Unser Standpunkt
AI Max ist ein Präzisionsinstrument, keine Wunschmaschine. Die KI orchestriert Targeting und Botschaft in Echtzeit, aber die Partitur schreiben Sie: über Marken- und URL-Einstellungen, über Orte von Interesse, über eine Budgetausstattung, die der KI überhaupt Spielraum lässt. Wir wollen nicht glauben, dass Automatisierung schon passt, wir wollen es an den neuen Berichten (Übereinstimmungstyp „AI Max“, Spalte „Quelle“, Asset-KPIs) messen. Genau deshalb lohnt die Kombination aus Aktivieren und konsequentem Gegenlesen. Wie Sie AI Max Schritt für Schritt einrichten und die Regler richtig setzen, zeigen wir in unserem Praxisbeitrag dazu, wie Sie Google Ads AI Max richtig nutzen. Und wenn Sie die Steuerung lieber in erfahrene Hände geben: Als SEA- und Google-Ads-Agentur und als Onlinemarketing-Agentur in München bringen wir Struktur, Tracking und Kreation in Einklang, statt Budget in Rauschen zu verwandeln.
Häufige Fragen zu AI Max für Suchkampagnen
Was ist AI Max?
AI Max bündelt umfassende Targeting- und Creative-Funktionen, die als kontinuierliche Optimierungsebene für Suchkampagnen dienen. Es nutzt die KI für Google Ads, um Echtzeitsignale zu verarbeiten und Targeting sowie Creative-Auslieferung automatisch zu optimieren, damit Sie mehr Wert erzielen.
Warum sollte ich AI Max verwenden?
Weil Sie die Optimierung maximieren und den manuellen Aufwand senken. Konkret bringt AI Max inkrementelle Reichweite über weitgehend passende Keywords und Targeting ohne Keywords, mehr Kontrolle über Orte von Interesse und Markeneinstellungen, mehr Transparenz durch optimierte Berichte (KPIs wie Ausgaben und Conversions) sowie höhere Effizienz durch Textanpassung und Erweiterung der finalen URL.
Ist AI Max ein neuer Kampagnentyp?
Nein. AI Max ist kein neuer Kampagnentyp, sondern eine Optimierungsebene, die Sie in bestehenden Suchkampagnen aktivieren, um die Leistung über automatisierten Suchanfragen-Abgleich und Asset-Anpassung zu steigern.
Wie unterscheidet sich AI Max von Performance-Max-Kampagnen?
Beide nutzen die KI für Google Ads. AI Max ist jedoch speziell als Funktions-Suite zur Optimierung von Suchkampagnen konzipiert. Sie behalten die gewohnte Struktur Ihrer Suchkampagnen und wandeln bestimmte Einstellungen (etwa Marken und weitgehend passende Keywords) in ein einziges KI-basiertes Framework um.
Was passiert mit meinen bestehenden Kampagneneinstellungen bei einer Umstellung?
Funktionen, die vor der Einführung von AI Max aktiv waren, insbesondere Einstellungen für weitgehend passende Keywords, Markeneinstellungen und die Textanpassung (früher „Automatisch erstellte Assets“), werden vollständig auf AI Max umgestellt und künftig in der AI-Max-Suite verwaltet.
Funktioniert AI Max auch bei knappem Budget?
Nur eingeschränkt, bzw. sind wir der Meinung: Nein. Ist eine Kampagne oder ein Portfolio durch das Budget limitiert, ist AI Max nicht effektiv; Google zeigt beim Aktivieren einen entsprechenden Hinweis. Die KI braucht Spielraum, um Targeting und Creatives zu optimieren.
Welche Gebotsstrategie und wie viele Conversions braucht AI Max?
AI Max arbeitet am besten mit einer wertbasierten Gebotsstrategie wie Ziel-CPA oder Ziel-ROAS; bei manuellem CPC oder „Klicks maximieren“ weist Google auf diese Empfehlung hin. Beim Conversion-Volumen gilt für Smart Bidding als etablierte Empfehlung mindestens 30 Conversions in 30 Tagen (Ziel-CPA) beziehungsweise 50 (Ziel-ROAS); in der Praxis kursieren für AI Max niedrigere Untergrenzen um 15 Conversions in 30 Tagen. Belastbar ist die Richtung: Ohne ausreichend Conversions lernt der Algorithmus zu langsam. Erhöhen Sie im Zweifel zuerst das Conversion-Volumen und starten Sie danach. Und oben genannte Zahlen sind eher die untere Linie!
Für wen lohnt sich AI Max, für wen weniger?
Am meisten profitieren große Online-Shops mit breiter Zielgruppe, vielen Produkten und ausreichendem Budget sowie Konten, die ihr Suchvolumen ausgereizt haben und skalieren wollen. Zurückhaltender sollten kleine Konten mit knappem Budget sein. Lokale Dienstleister und viele B2B-Unternehmen mit kleiner, präziser Zielgruppe profitieren erfahrungsgemäß weniger, weil hier Präzision wichtiger ist als breite Reichweite.
Wie teste ich AI Max am sinnvollsten?
Duplizieren Sie eine bestehende Suchkampagne, aktivieren Sie AI Max nur in der Kopie und schließen Sie dort Ihre bereits gut performenden Keywords aus, damit AI Max neue, konvertierende Suchanfragen findet. Starten Sie mit einem kleinen Testbudget, bewerten Sie über ein bis drei Monate (abhängig vom Budget) und stellen Sie große Konten nie auf einen Schlag um, sondern schrittweise, beginnend mit weniger kritischen Kampagnen.
Behalte ich mit AI Max noch Kontrolle über meine Anzeigen?
Ja, wenn auch anders als über einzelne Keywords. Die stärksten Hebel sind gepflegte Negativ-Keyword-Listen, mit denen Sie irrelevante Suchanfragen ausschließen, sowie Marken-, URL- und Standort-Einstellungen. Über die Spalte „Quelle“ im Suchbegriff-Bericht erkennen Sie AI-Max-Begriffe und können einzelne nachträglich ausschließen, ohne die Funktion ganz abzuschalten. Beachten Sie: Bei aktiver Erweiterung der finalen URL werden angepinnte Überschriften ignoriert.
Ralf Zmölnig
CEO ROCKITdigital GmbH
CEO & Vollblut-Digitalmarketingstratege, strategisch und Performanceorientiert bei ROCKITdigital GmbH
Seit 11/2000 rockt das Team von ROCKITdigital und Ralf Zmölnig das (digitale) Marketing
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